Freitag, 12. April 2013

Essstörungen – Essen, Diäten, Fasten, Sport und wir

Magersucht, Esssucht, Bulimie und Co. sind Arten von Essstörungen. Viele von uns haben schon unendlich viel darüber gehört. In der Schule, beim Arzt, von Freunden und Familie. Wenn wir – besonders Mädchen – ehrlich sind, dann müssen wir uns doch alle zugestehen, dass wir alle jemanden kennen, der daran litt oder leidet. Warum dass? Weil vor allem Magersucht zum größten Teil bei 15 bis 35 Jährigen vorkommt, bei uns in den Industrieländern. Wer würde schon in Afrika auf die Idee kommen aus Frust zu viel zu essen? Eine Diät zu machen? Nach einer Fressattacke alles wieder zu erbrechen? Essstörungen werden zu den Zivilisationskrankheiten gezählt – zu den Wohlstandskrankheiten – und sie können nicht von der betroffenen Person allein überstanden werden.
An alle, die jemanden kennen bei dem sie denken er könnte eine Essstörung haben, geht nicht hin und sagt ihr wüsstet er habe eine und fragt ob er reden wolle. Das wäre sehr unangenehm für den angesprochenen. Da diese Krankheiten meist durch eine gestörte Selbstwahrnehmung auftreten und dadurch dass es an der Fähigkeit Krisen – selbst kleinere – durchzustehen mangelt. Wie man sich in dieser Situation verhalten soll kann nur ein Spezialist sagen.
Das Bild des Mädchens, das spindeldürr ist und in einen Spiegel blickt und sich darin dick sieht haben die meisten von uns vor Augen, wenn sie an Essstörungen denken, doch so ist es meist nicht. Die Betroffenen haben keine Halluzinationen; sie sehen sich so wie sie wirklich aussehen, aber finden immer eine Stelle, die sie an ihrem Körper stört. Eine Stelle an der sie ihrer Meinung nach nicht perfekt sind. Somit grenzen sie ihre Kalorienzufuhr ein. Sie Fasten, treiben Sport, halten strickte Diäten, damit ihr Bauch facher, ihr Oberschenkel dünner wird.
Aus einer einfachen Diät wird eine Krankheit. Und man schafft es nicht alleine raus. Um das, was so klein angefangen hat, zu überwinden braucht man Medikamente, Therapie, vielleicht sogar stationäre Behandlung und Beistand von Freunden und Familie.
Wenn das dann überstanden ist bleiben leider immer Folgen, die die betroffene Person an die Krankheit erinnert. Mangelernährung, Muskelschwund, Sodbrennen, Unfruchtbarkeit, Zahnschäden und mögliches Herzversagen, Depressionen um die schlimmsten aufzuzählen. Viele von diesen können behandelt werden und verschwinden nach unbestimmter Zeit, andere bleiben ein Leben lang. Das einzige was dann übrig bleibt ist für alle beteiligten: glücklich zu sein, dass Der Betroffene nicht an einer Endzündung, Selbstmord oder – seltener als vermutet – am verhungern gestorben ist, sonder hier mit uns.
Das haben einige von uns schon überstanden, andere sind noch mittendrin, doch wir alle gehören dazu und werden früher oder später damit konfrontiert.
ChB 

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