Sonntag, 10. Februar 2013

Contra: Klassentrennung nach Geschlechtern



Noch vor wenigen Jahren gab es keine gemischtgeschlechtlichen Klassen, es gab nicht einmal Schulen, auf denen beide Geschlechter vertreten waren. Der Wandel zu dem heutigen Schulsystem, in dem Jungen und Mädchen gemeinsam in die Schule gehen können, wurde vor allem durch die Emanzipation herbeigerufen. Die typischen Klischees zu den beiden Geschlechtern von damals sind heutzutage nur noch selten vertreten. Aus diesem Grund sollen Mädchen und Jungen die gleichen Chancen auf Bildung haben, um sich ihre Zukunftsträume ermöglichen zu können. Zwar stimmt es sicherlich, dass die Denkweisen der Geschlechter teilweise unterschiedlich sind, doch dies kann in Zusammenarbeit zu größerem Erfolg führen als getrennt. Es ist bekannt, dass Schüler und Schülerinnen in Gruppenarbeit besonders gute Ergebnisse erzielen. Dies wird durch gemischtgeschlechtliche Gruppen noch verstärkt. Zudem ist es wichtig, dass Jungen und Mädchen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem anderen Geschlecht sammeln, da sie in der Berufswelt ebenfalls aufeinandertreffen. Da auch viele Frauen zur heutigen Zeit Karriere machen, sind diese Erfahrungen besonders wichtig. Zudem muss der Umgang mit dem anderen Geschlecht für ein späteres gemeinsames Leben oder die „Suche nach dem richtigen Partner“ schon früh erlernt werden. Die Erfahrungen, die in gemischtgeschlechtlichen Schulen gemacht werden, können diese Suche und das spätere Leben in einer Beziehung vereinfachen.
Obwohl unterschiedliche Stärken der Geschlechter in verschiedenen Gebieten sicherlich gegeben sind, bin ich nicht der Meinung, dass dies verallgemeinert werden kann. Zum Beispiel hört man oft, dass Jungen in naturwissenschaftlichen Fächern besser sind als Mädchen oder andererseits, dass Mädchen in Geisteswissenschaften besser sind als Jungen. Dies ist in gemischten Klassen jedoch kein Nachteil, im Gegensatz! Das andere Geschlecht kann vielmehr bei Problemen helfen und Unterrichtsstoff, der bei Lehrern oder Lehrerinnen nicht ausreichend erklärt wird, verdeutlicht werden. Ein bekanntes Vorurteil ist ebenfalls, dass Mädchen ordentlicher und fleißiger sind. Obwohl auch dies natürlich nicht verallgemeinert werden kann, ist es in gemischtgeschlechtlichen Klassen ein Vorteil, da Jungen davon oft profitieren, insofern, dass sie sich die Notizen leihen können, oder dadurch selbst dazu getrieben werden, fleißiger zu sein. In getrennten Klassen fällt es außerdem den Schülern und Schülerinnen schwer, die sich mit dem eigenen Geschlecht nicht identifizieren können und sich in dem Umgang mit andersgeschlechtlichen Jugendlichen wohler fühlen. Von beiden Geschlechtern umgeben zu sein, ist für sie in der Selbstfindung besonders wichtig. Den Punkt des gemischtgeschlechtlichen Sportunterrichts erachte ich ebenfalls als positiv. Obwohl es zwischen Jungen und Mädchen häufig Streitigkeiten in der Frage nach der Sportart gibt, kann es eine wichtige Erfahrung sein, sich zu einigen. Nicht nur die Suche nach einem gemeinsamen Lösungsweg unter Berücksichtigung des anderen Geschlechts ist für Probleme in der späteren Arbeitswelt wichtig. Jungen und Mädchen müssen auch lernen, sich anzupassen und Neues zu lernen. So gibt es inzwischen schließlich auch Jungen, die Ballett tanzen und Mädchen, die Fußball spielen. Die Erfahrungen mit „untypischen“ Sportarten wären nicht gegeben, wenn verschiedene Geschlechter nicht gemeinsam Sport trieben.

                                                          LaS

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